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Transalp 2010
Ein Mythos mitfahren und auf dem Podest beenden. An diesem grossartigen Erlebniss durften Jane und Markus teilhaben. Eine Zusammenfassung von Jane im Anhang....
Rennbericht Transalp 17. - 24. Juli 2010
Die Transalp 2010 führt in 8 Etappen von Füssen im Allgäu ins 600km entfernte Riva del Garda. Dazwischen liegen 19'690 Höhenmeter, die es für die 550 Teams zu bezwingen gilt.
Da die diesjährige Transalp als UCI Rennen gilt konnten Markus und ich in Füssen dank meiner Lizenz das Rennen im Startblock A starten. Bei 1'100 Biker am Start kann die Position schon ausschlaggebend sein. Der Start war extrem nervös und es galt möglichst nicht in einen Massensturz verwickelt zu werden. Zum Glück waren vor uns Topfahrer wie Thomas Stoll und Lukas Buchli vom BiXS iXS Pro Team, Thomas Zahnd und Konny Looser vom Team Stöckli-Craft oder Pia Sundstedt und Daniel Gathof vom Team Craft-Rocky Mountain. Markus und ich kamen gut weg aber wir fuhren mit angezogener Handbremse. Es war unser erstes Etappenrennen und wir wollten unsere Kräfte gut einteilen. An der Transalp ist das schieben durch den Partner erlaubt. Wir wollten aber erst mal sehen wie weit wir kommen und was unsere Gegner machen. Die erste Etappe beendeten wir auf dem 4. Rang und damit waren wir ganz zufrieden. Die Teams vor uns waren uns bestens bekannt. Einzig das Lettisch/Estische Team um den XC Marathon Europameister 2009 war eine Unbekannte. Die nächsten Tage sollten aber zeigen, dass die Frau die nötige Kraft in den Aufstiegen nicht hatte. Auch mit seiner Hilfe (schieben) konnten sie das Manko nicht wettmachen.
Die nächsten Etappen führten uns über Ischgl nach Scuol und von Livigno nach Ponte di Legno. Im Schnitt waren dabei immer ca. 75 km und zwischen 2'500 - 3'000 Höhenmeter zu bewältigen. Ein Höhepunkt dabei war die Königsetappe am Mittwoch von Livigno nach Ponte di Legno (106km und 3'461Hm). Nach 3 Tagen im Sattel gingen mir die Gänge beim Hardtail aus und ich wechselte zum CREDO Fully CCM04 wo ich eine bessere Übersetzung hatte. So konnte ich kleinere Gänge fahren und war insgesamt auch bequemer unterwegs.
Markus und ich beendeten die folgenden Etappen nach Imst immer auf dem 3. Rang. Wir konnten uns ein Polster im Gesamtklassement erarbeiten und ohne Technische Panne sollte es uns gelingen, diesen 3. Rang bis nach Riva zu verteidigen. Das Niveau in der Mixed Kategorie war enorm hoch. In Führung lagen Pia Sundstedt mit ihrem Partner Daniel Gathof und an zweiter Stelle fuhren Milena Landtwing mit Heiko Gutmann. Milena, ebenfalls aus Zug, aber momentan in St. Moritz wohnhaft, hat enorme Erfahrungen in Etappenrennen und eine super Form. Wir kennen uns alle von anderen Wettkämpfen uns so war das Verhältnis and er Spitze sehr angenehm und freundschaftlich.
In der Etappe vom Val die Sole nach Madonna di Campiglio beschlossen die 3 Mixed Teams an der Spitze, es gemütlicher anzugehen. Wir fuhren die Etappe zusammen. Markus und ich machten lediglich klar, dass wir gegen hinten keine Zeit verlieren wollten. So fuhren Pia, Milena und ich an der Spitze und unsere Partner reihten sich hinten ein. Wir bestimmten das Tempo am Berg und konnten sogar etwas quatschen - was zeitweise zum Kaffeekränzchen ausartete. Leider hatte Pia ganz zu beginn Pech, als sie ihr Pedal verlor. Sie fand aber schnell zurück in die Gruppe, da wir das Tempo drosselten. Auf dem Höchsten Punkt der Etappe, dem Rifugio Orso Bruno auf 2'150 Meter, hatte Pia zusätzlich noch einen Plattfuss. Milena, Heiko, Markus und ich warteten geduldig, bis Sie und Daniel den Schaden behoben hatten. Als wir wieder losfahren wollten, kam das viertplazierte Team um die Ecke. Keine Panik dachte ich nur. Heiko übernahm die Führung unserer Gruppe und führte uns mit einer enormen Geschwindigkeit ins Tal. Es begann in strömen zu regnen und die letzte Passage vor dem Ziel führte über einen Trail im Wald, der mit Wurzeln übersäht war. Ich wusste, dass wir das viertplazierte Team abgehängt hatten, da wir Fahrtechnisch überlegen waren. Pia, Milena und ich haben viel Erfahrung im Wettkampfbereich wo man solche Passagen fahren können muss, um aufs Podest zu kommen. Das war sicher unser Vorteil. Wir fuhren alle 3 gemeinsam ins Ziel. Ein schöner Moment.
Die letzte Etappe von Madonna nach Riva wollten Markus und ich locker angehen. Einfach geniessen und auch mal die Natur bewundern dachte ich mir. Es kam ein wenig anders, da das viert- und fünftplatzierte Team mächtig Druck machten. Und das auf der letzen Etappe! Leider waren die Aktionen auch sehr unsportlich. Die Männer schoben die Frauen an Milena und mir vorbei. Wir weigerten uns derweil Hilfe anzunehmen. Wir fühlten uns stark genug, alleine zu fahren. Wir blieben ruhig und fuhren unser Tempo. Dies sollte sich auszahlen. Schon in der ersten Abfahrt konnten wir alle absetzen. Heiko und Markus drückten aufs Pedal und wir fuhren zu viert dem Ziel entgegen. Zum Schluss war noch ein sehr technischer Trail zu bewältigen und da holten wir auch noch etwas Zeit raus. Es war ein schönes Gefühl. Nach 8 Tagen und 31,5 Fahrstunden erreichten Markus und ich das Ziel in Riva. Die Premiere an der Transalp ist geglückt.
Ohne Helfer geht es auch am Transalp nicht! Wir bedanken uns ganz herzlich bei Jane's Eltern, Hansueli und Anne sowie Markus's Bruder, Thomas, der an unzähligen Stationen mit Bidons und Gels bereitstand und unsere Bikes jeden Abend putzte uns wieder bereitstellte. Jane's Dank gilt auch ihrem Trainer Beni Ruf, der ihr geholfen hat, sich optimal auf die Saison vorzubreiten. Ohne Sie wäre dieser Transalp nicht möglich gewesen!
Bilder:
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